Schön und frisch sieht es jedenfalls
im Glas aus. Sehr hell, feiner weißer Schaum, leichte Trübung,
erinnert an naturtrübes Radler oder belgisches Weizen.
Geschmacklich kommt hier reichlich
Getreide an, insgesamt ist das Ganze recht nah an hellem belgischen
Bier, nur weniger stark und mit einem Hauch von Weizen. Sehr süffig,
kaum Süße, keine Bitterkeit. Die historisch korrekte kleine Dosis
Hopfen findet sich im Geschmack kaum wieder. Wie bei belgischem
Weizen schmeckt das Bier etwas vergoren, aber nicht übertrieben
sauer. Tüchtig Kohlensäure ist jedenfalls vorhanden und prickelt –
wie beim Weizen – vor allem im Bauch, nicht so sehr im Mund. Also
besser nicht zu schnell trinken und dann vom Tisch hüpfen
(Verbindungsstudenten wissen Bescheid). Von Wacholder und Kümmel
schmeckt man (leider?) nicht besonders viel. Wie Gagel schmeckt, weiß
ich leider nicht. Wer mir da weiterhelfen kann: Immer gerne!
Der Abgang ist von der leichtfüßigen
Sorte: schnell wieder weg, lediglich eine leichte Süße und etwas
Getreide sagen noch kurz Tschüß.
Was soll man sagen? Schmeckt g(r)ut,
das feine Bierchen! Ich hätte es mir noch etwas würzig-kräuteriger
vorgestellt, aber das wird sicherlich nicht das letzte Experiment mit
reichlich Kräuterzugabe sein. Also: Rein in die Sträucher, fleißig
weiterbrauen!
Für diese angenehm altmodische
Erfahrung gibt es 4,2 von 5 altmodischen Holzhumpen!
Eckdaten:
Name: Gruthaus Grut / Myrica Gale 1480
Stil: Grutbier auf Basis von belgischem
Witbier
Alkoholgehalt: 5,0 % Alc.
Stammwürze: 12,5 ° Plato
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizen,
Weizenmalz, Hafer, Hefe, Hopfen, Wacholder, Gagel, Kümmel.
Preis: ca. 2,50 € / 0,33l
Brauerei:
Gruthaus-Brauerei
48143 Münster
www.gruthaus.de